Über die Baubiologie
Baubiologie ist die ganzheitliche Disziplin des gesunden Bauens. Sie betrachtet Gebäude als Lebensräume, die unser Wohlbefinden tiefgreifend beeinflussen.
Sie hat eine rationale, emotionale und geistige Herangehensweise an Bauaufgaben und bezieht eine Vielzahl menschlicher sowie ökologischer Aspekte in die Bewertungen mit ein.
Doch was genau steckt hinter dem Begriff und warum wird er gerade heute so relevant?
Der Ursprung der Baubiologie
Der Begriff Baubiologie entstand in den 1960er-Jahren in Deutschland, geprägt vor allem durch den Bauphysiker und Arzt Prof. Dr. Anton Schneider und den Architekten Wolfgang Maes.
Die Baubiologie entwickelte sich als interdisziplinärer Ansatz, also als Zusammenspiel verschiedener Fachbereiche wie Architektur, Medizin, Physik, Ökologie und Psychologie.
In einer Zeit zunehmender Industrialisierung des Bauens und Bekanntwerden gesundheitlicher Schäden durch Gebäude fragten sie sich:
Wie wirken sich Materialien, Raumklima und technische Anlagen tatsächlich auf unsere Gesundheit aus?
Was muss beachtet werden, damit ein Gebäude wirklich lebensfreundlich statt lebensfeindlich ist?
Die Grundidee ist simpel und tief zugleich: Ein Haus soll dem Menschen und der Umwelt nicht schaden, sondern auf allen Ebenen dienlich sein.
Warum Baubiologie heute wichtiger ist denn je
Baubiologie ist kein Luxus, sondern ein Ausdruck von Achtsamkeit für uns selbst und unsere Umwelt.
Sie verbindet alte Bautradition mit modernen Erkenntnissen der Wissenschaft und lädt dazu ein, unsere Lebensräume bewusster zu gestalten. Wer baubiologische Prinzipien berücksichtigt, schafft nicht nur ein angenehmes Zuhause, sondern einen Ort, der schützt und inspiriert.
In einer Welt voller technischer Reize, wachsender Umweltbelastung und zunehmender Entfremdung von natürlichen Lebensrhythmen bietet Baubiologie einen wohltuenden Gegenpol im Geist der Rückbesinnung auf Wesentliches. Sie erinnert daran, dass wir Teil der Natur sind und dass unsere Gebäude diese Verbindung nicht unterbrechen, sondern stärken sollten.
Immer mehr Menschen spüren die Auswirkungen schlechter Raumqualität: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder Atemwegserkrankungen können mit schädlichen Baumaterialien zusammen hängen. Auch gravierendere Gesundheitsprobleme können durch Schadstoffe im Haus ausgelöst werden. Immer wieder wurden in der Vergangenheit stark schädigende Materialien verboten, die z.B. nachweislich krebserregend sind. Neuartige Chemikalien werden oft erst nach langwierigen rechtlichen Prozessen aus dem Verkehr gezogen.
Baubiologie setzt hier nicht auf schnelle Lösungen, sondern auf ein tiefes Verständnis der Wechselwirkung zwischen Mensch, Raum und Umwelt, mit Blick auf lang erprobte, lebensfreundliche Optionen.
Ihr Weg zur wohngesunden Immobilie!
Sowohl bei einer baubiologischen Sanierung als auch bei einem Neubauprojekt stehe ich Ihnen gerne beratend oder planend in verschiedenen Schritten der Projektbearbeitung zur Seite!
Kontaktieren Sie mich gerne für ein Erstgespräch!
Wer sich zu den gesundheitlichen Risiken verschiedener Baustoffe informieren will, findet viele Informationen im Netz.
Eine erste, noch konservative Anlaufstelle könnte sein: https://www.bfr-recycling.de/anhang_3.html
Ebenfalls nennenswert ist die Messung von Strahlung, Partikeln und Organismen auf Grundlage des Standards für baubiologische Messtechnik durch speziell ausgebildete Baubiologen.
Eine strukturierte Auflistung mit vielen auch technisch detaillierten Infos finden Sie hier: https://sbm.baubiologie.de/
Eine Messung Ihrer Immobilie durch zertifizierte Messtechniker kann bei Verdacht zunächst Klarheit über notwendige Maßnahmen liefern. Kontakt zu Messtechnikern erhalten Sie über mich oder über die Suchfunktion des IBN:
Einige Weiterführende Informationen:
Die 25 Grundregeln der Baubiologie nach dem Institut für Nachhaltigkeit und Baubiologie/ IBN
Kategorie 1: Innenraumklima
Reiz- und Schadstoffe reduzieren und ausreichend Frischluft zuführen
Gesundheitsschädliche Schimmel- und Hefepilze, Bakterien, Staub und Allergene vermeiden
Neutral- oder wohlriechende Materialien verwenden
Elektromagnetische Felder und Funkwellen minimieren
Strahlungswärme zur Beheizung bevorzugen
Kategorie 2: Baustoffe und Raumausstattung
Natürliche, schadstofffreie Materialien mit möglichst geringer . Radioaktivität verwenden
Auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wärmedämmung, Wärmespeicherung, Oberflächenund Raumlufttemperaturen achten
Feuchtigkeitsausgleichende Materialien verwenden
Auf geringe Neubaufeuchte achten
Raumakustik und Schallschutz optimieren (inkl. Infraschall)
Kategorie 3: Raumgestaltung und Architektur
Auf harmonische Proportionen und Formen achten
Sinneseindrücke wie das Sehen, Hören, Riechen und Tasten fördern
Auf naturnahe Lichtverhältnisse und Farben achten, flimmerfreie Leuchtmittel verwenden
Physiologische und ergonomische Erkenntnisse berücksichtigen
Regionale Baukultur und Handwerkskunst fördern
Kategorie 4: Umwelt, Energie und Wasser
Den Energieverbrauch minimieren und erneuerbare Energiequellen nutzen
Beim Bauen und Sanieren negative Auswirkungen auf die Umwelt vermeiden
Natürliche Ressourcen schonen, Flora und Fauna schützen
Regionale Bauweisen bevorzugen, Materialien und Wirtschaftskreisläufe mit bestmöglicher Ökobilanz wählen
Für optimale Trinkwasserqualität sorgen
Kategorie 5: Ökosozialer Lebensraum
Bei der Infrastruktur auf gute Nutzungsmischung achten: kurze Wege zum Arbeitsplatz, zum öffentlichen Nahverkehr, zu Schulen, Geschäften etc.
Den Lebensraum menschenwürdig und umweltschonend gestalten
In ländlichen und städtischen Siedlungen ausreichende Grünflächen vorsehen
Nah- und Selbstversorgung stärken, regionale Dienstleistungsnetzwerke und Lieferanten einbinden
Baugrundstücke wählen, die möglichst nicht durch Altlasten, Strahlenquellen, Schadstoffemissionen und Lärm belastet sind